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jahtours.com > menton aktualisiert 9/2010

Menton - Schöne Riviera

menton.schild

Diese kleine Stadt an der italienischen Grenze ist zweifellos mein meistgeliebter Ort in Frankreich. Noch nicht lange Frankreich, erst 1866 haben es die Franzosen billig gekauft. War vorher Italienisch. Eigentlich heute noch, die Lira war stark vor einigen Jahren und jedes Wochenende gibt es eine Invasion der Appartmentbesitzer aus Norditalien. Telefonino-Fans können wie zu Hause quatschen und bevor sie ums Cap Martin nach Monte Carlo ins Telefonausland entschwinden, zücken sie noch mal ihr Handy. Bip Bip Bip. Durchreisende gab es vor den steilen ins Meer sich stürzenden Bergen immer. Schon vor zigtausenden Jahren hatten Neanderthaler eine Winterhöhle just bei der heutigen Grenze. Lange Zeit wachten dann grimmige Militärs darüber, heute ist die Grenze offen und dank Euro fällt auch die lästige Geldwechselei fort.

Zur Faschingszeit findet in Menton das legendäre Zitronen-Fest statt, seit den 30er Jahren zur Zeit des Karnevals in Nizza wird in Menton ein Parade-Korso mit den gelben und orangenen Früchten veranstaltet (13.2.-29.2.2004). Früchte, die einst den Wohlstand der Region begründeten, kommen heute meist aus Spanien, dabei gibt es immer noch prachtvolle Zitronenbäume in den Gärten.

Ein modernes Problem in Menton wurde im Frühjahr 1996 ohne Beton gelöst. Der Strand zwischen Altstadt und Cap Martin ist einer Meeresströmung ausgesetzt und wurde über die Jahre fortgeschwemmt, vor allem seit der Careii kanalisiert ist und kaum noch Wasser aus den Bergen das Meer erreicht. Historische Fotos aus dem 19. Jahrhundert zeigen einige Kiesel zwischen den Felsen der Uferpromenade, aber auch weite Strände, je nach Jahreszeit. Eine Postkarte aus den sechziger Jahren wiederholt das karge Szenario mit ein paar versprengten Sonnenschirmen und Kindern im Wasser. In den siebziger Jahren sind die Stadtväter auf den Dreh gekommen und haben viele Laster Sand aufgeschüttet. Nicht viel zuerst, aber immer mehr bis etwa 1985. Nach Jahren des Sozialismus und der Strandpennerei wurde dann konservativ gewählt. Prompt ließ der Wohlstand nach und der Strand wurde vernachlässigt. 1988 war es dann so weit, Mistral-Wellen spülten eines harmlosen Sommertages die letzten Strandfans an die Mauer der Promenade.

Surfing the Helios reef!
Surfing Menton - September 1996

Anfang der 90er Jahre verschwand der letzte Sand, ja selbst die Kiesel wollten nicht mehr bleiben. Obendrein sorgte ein obskures Inmobilienprojekt dort für ein tiefes Loch hinter der Strandpromenade wo sich in den 80er Jahren die Jugend der Region zwischen Monaco und San Remo am Helios getroffen hatte. Mitte der 90er Jahre stehen die ersten Bauten und ein Strand vor der Haustür soll sich finden. Also wurden Steine aus den Bergen gesprengt im Meer versenkt für Wellen die sich brechen und Surfer aus aller Welt werden die Gestade des Mittelmeeres preisen. Landratten schätzen Erdhaufen unter die Promenade geschüttet und mit dunklen Kieseln belegt die im Sommer mit viel Sonne beschienen nur mit festem Schuhwerk ohne Schaden begehbar sind. Was erst wie die Bauarbeiten für einen Flugplatz aussah ist ein über 20 Meter breiter Strand geworden! Das künstliche Riff funktioniert gut und erzeugt saubere Wellen ab 50 cm Seegang! Zahlreiche Fische haben den neuen Lebensraum angenommen. Einmal bin ich beim Schwimmen draussen bei den Bojen einer Gruppe großer Fische (80..120 cm!) begegnet, offenbar waren sie an den kleinen Fischen interessiert. Seit Anfang des neuen Jahrhunderts wird auch der Strand regelmäßig mit neuem Sand versorgt, die Ausbaggerung des neuen Hafens von Monaco brachte viele Lastwagen mit Sand nach Menton!

Hafenerweiterung 2002
Neuer Hafen in Monaco = Sand für Menton
Photo von unserer partner website cotedazur.de

Der Juni ist der Monat des Gartens in Frankreich. Sehenswerte Gärten gibt es in Menton! Angefangen mit einem botanischen über subtropische und exotische Gärten zum Olivenpark und geheimnisvolle Wacholderwäldchen findet ein jeder etwas in der Bucht von Garavan. Die üppige Vegetation wirft nach einem regnerischen April/Mai neue Blüten aus. Einige der besten Gärten sind in das Programm der regulären Führungen aufgenommen worden; zum Beispiel Plateau St Michel, Fontana Rosa und Alphons Barriquand. Nähere Info beim Touristenbüro im Palais de Europe keine fünf Minuten vom Bahnhof Richtung Strand. Irgendwas blüht immer hier, hat Menton doch immer wieder den Preis als blumenreichste Stadt Frankreichs eingeheimst.

Noch in den 90er Jahren bot Menton eine letzte Zuflucht der vom Touristenrummel geplagten Cote d'Azur. Doch die VerPaulisierung der Fussgängerzone vertreibt immer mehr Einheimische in öde Einkaufszentren am Stadtrand. "VerPaulisierung" ist mein Kunstwort für den Prozess wenn in einer funktionierenden Innenstadt Läden ihr Sortiment auf Touristengedöns umstellen weil die Umsatzrendite für Provence made in China grösser als für den täglichen Bedarf der hier lebenden Bevölkerung ist. Der Name stammt von dem ärmlichen Bergdorf St Paul wo Herdentouristen durch die Gassen zockelnd ein eintöniges Andenkensortiment bestaunen. Menton zieht als erster französischer Ort die Italienischen Wochenendausflügler aus Turin und Mailand an und scheint einen ähnlichen Weg zu gehen.

Und um all die internationalen Touristen angemessen zu ernähren gibt's seit 96 einen McDonalds gleich neben der alten Markthalle. Lokale Cafes und Kleinkostverkäufer beschweren sich über die Systemrestauration, nun ist noch Hagen Dazs mit einer Eisdiele dazugekommen, als ob es davon noch nicht genug gäbe. Der Place St Roch hat ein Facelift bekommen, die neuen Appartments am Strand sind mit italienischen Namen auf den Briefkästen verkauft. Der Platz erstrahlt in neuem Glanz, eine Skulptur wird tagsüber von Wasser übersprudelt, nachts leuchtet farbiges Licht das klobige Verkehrshindernis an. Zusammmen mit der gemeinsamen Euro-Währung kehrt in den neuen Bars und Restaurants das Leben zurück und wir wollen gerne die menschenleeren Tage in den 90er Jahren vergessen.

romantic hour
tête à tête in Menton bay
Photo von unserer partner website exanova.com

Im Herbst gab es einige Aktivität um Schriftsteller, die in Menton gelebt haben, auf ihren Reisen hier Station gemacht haben oder auf einem der Friedhöfe begraben sind. Von ersteren gibt es nicht viele, das bewegte Leben der meisten Schriftsteller liess ein langes Verweilen nicht zu. Einige Jahre immerhin blieben zum Beispiel der Spanier Blasco Ibanez, seines Zeichens verantwortlich für die 'Fontana Rosa' und Ferdinand Bac, der den Garten 'Colombieres' ausstaffierte. Keinen Garten gebaut, sondern einen beschrieben hat Katherine Mansfield am Ende ihres kurzen Lebens. Sie wohnte in einem kleinen Haus an der Bahnlinie in Garavan. Vor Jahren hatte ich Gelegenheit, einige Tage in eben diesem Haus zu verweilen und fand die Umgebung sehr anregend, vor allem die Erdbeben, die durch vorbeifahrende Züge verursacht wurden. Aber Spass beiseite, seit '96 fährt nun zweimal am Tag der TGV am Haus vorbei.


Genug Sonnenschein für jetzt, zurück zur Deutschen JahTours.


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