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Menton - italienische Stadt im französischen Süden

[ Menton an der Riviera ] [ Hochzeitssaal ] [ Menton-Garavan ] [ Am Mittelmeer ] [ Geographie ]

Midi - Frankreich am Mittelmeer

Die Küste Südfrankreichs erstreckt sich über mehr als 500 Kilometer in einer Folge langer, lässiger, katzenhafter Kurven und Wellenbogen, eine lockere, schimmernde Kette, die Italien mit Spanien verbindet. Die fünf historischen Landschaften des Küstengebietes besitzen eine innere Einheit und Geschlossenheit, die sich aus ihrer Lage und Stellung als Teil der antiken griechisch-römischen Zivilisation an den Ufern des Mittelmeeres herleitet. Überall wurde die Küste von einem ligurisch-iberischen Völkergemisch bewohnt, deren bestimmendes Kulturelement die Sonne ist, und deren unverwechselbarer Ausdruck Olive und Weinrebe sind.

Die Mittelmeerküste ist zweigeteilt durch den Rhone-Fluß, der die Scheide zwischen der Provence im Osten und dem Languedoc im Westen bildet. Die Provence umfaßt das ehemalige päpstliche Staatsgebiet, das Comtat Venaissin am Unterlauf der Rhone, und die vormalige Grafschaft Nizza längs der italienischen Grenze, die nahezu 500 Jahre lang zu Piemont gehörte. Diese beiden Bezirke sind geographisch der Provence zugehörig.

Die Provence teilt sich in drei deutlich voneinander unterschiedliche Landschaften. Die landeinwärts gelegene Haute Provence, die etwa mit dem Department Basses Alpes zusammenfällt, beschäftigt uns im Zusammenhang mit Ausflügen oder als reizvolle Variationen der An- und Abreiserouten. Das Kernland der Provence, östlich des Rhone-Deltas, hauptsächlich im Department Bouches du Rhone liegend, zu dem die alten Städte Marseille, Aix-en-Provence und Arles gehören, ist weit von dem uns interessierenden Küstenstreifen entfernt, zudem durch andere Quellen bereits ausführlich beschrieben, so daß wir es nur kurz in Verbindung mit An- und Abreise erwähnen.

So bleibt unser Interesse, und nur zu oft auch unser Herz, an der dritten Landschaft, der Küste hängen, die sich auf die Departments Var und Alpes Maritimes aufteilt. Dieser schmale Streifen zwischen den Bergen und dem Meer hat während der letzten 200 Jahre eine schier unglaubliche Veränderung erfahren. Er bestand einstmals aus kaum mehr denn wenigen verstreuten Fischerdörfern, die in ständigem Schrecken vor den Überfällen von Seeräuberbanden lebten. Heute ist die Küste zugleich der modisch eleganteste und der populärste Spielplatz ganz Europas. Aus ihm ist die französische Riviera oder Côte d‘Azur geworden.

Diese Küste zieht Jahr um Jahr unübersehbare Scharen von Ausländern an. Der damit einhergehende Austausch von Ideen und Ansichten hat über die Jahre eine reiche Kunstkultur aufgebaut, die Côte gleicht einem großen Ausstellungsgelände für moderne Kunst. Es finden sich vorzügliche Museen, Sammlungen und Gemäldegalerien, von Picasso, Matisse, Léger und Cocteau ausgemalte Kirchen, Kapellen und öffentlichen Gebäude.

Beginnen wir unsere Reise, wo die Alpen an der italienischen Grenze bei Menton zum Meer hinabsteigen.

Menton, ein Stück Italien

Als Adam und Eva, so erzählt die Legende von Menton, den Garten Eden verlassen mußten, pflückte Eva heimlich im Vorübergehen von einem Baum eine Zitrone und verbarg sie in ihrem Busen. Der Erzengel mit dem Flammenschwert, von Mitleid gerührt, tat, als habe er nichts gesehen, und ließ sie die Frucht mitnehmen, als sie durchs Tor des Paradieses schritten. Viele Jahre lang wanderten sie über die unfreundliche Erde, frierend und hungrig, müde und von Entbehrung heimgesucht. Adam war verbittert und der Verzweiflung nahe, Evas Herz jedoch blieb frohgemut in der Hoffnung, alles werde sich dennoch zum besten kehren. Endlich gelangten sie an einen waldigen, wasserreichen Ort, wo das hohe Vorgebirge zum warmen, blauen Meer hinabstieg und wo ewiger Frühling herrschte; nirgends, meinten sie, würden sie einen Ort finden, der so sehr dem Irdischen Paradies gleiche. Die Zitrone war noch frisch und unverwelkt, denn sie war die unsterbliche Frucht des Paradieses. Eva nahm sie aus ihrem Busen, küßte ihre goldene Schale und pflanzte sie ins Erdreich. Alsbald waren alle Hänge und Täler mit duftenden Zitronenbäumen bestanden; von dieser Zitrone aus dem Garten Eden stammen die Myriaden von Bäumen, die das ganze Jahr an dem Ort, den wir heute Menton nennen, ununterbrochen blühen und Früchte tragen. Dies ist die alte Legende von der Zitrone, die man sich in Menton erzählt.

Keine Legende, sondern Gewißheit ist, daß der älteste Bewohner des mittelmeerischen Frankreich vor rund 30000 Jahren hier an diesem Ort lebte und im Städtischen Museum von Menton seinen Schädel hinterlegt hat, damit jedermann sich davon überzeugen möge. Dies ist der berühmte Grimaldi-Mensch, der 1884 in den Höhlen der Rochers Rouge (provenzalisch Baousse Rousse) am Meeresstrand unterhalb des Dörfchens Grimaldi, etwa einen halben Kilometer jenseits der italienischen Grenze, gefunden wurde. Die ganze Küstenstrecke von der italienischen Grenze bis Nizza ist übersät mit Höhlen und Grotten, in denen Überreste der Steinzeitmenschen, Begräbnisstätten, Knochen, Waffen und Werkzeuge gefunden wurden. Aber einzig in den Höhlen von Grimaldi, die schon im 18. Jahrhundert vom Schweizer Alpenforscher Saussure entdeckt, aber erst ab 1872 systematisch erforscht wurden, fand sich ein Menschenschädel. So dürfen wir wahrheitsgemäß sagen, daß die Riviera zeitlich in Menton beginnt, auf halbem Wege zwischen Rom und Paris, wo Gallien und Italien einander in Jahrhunderten und Jahrtausenden immer wieder in Krieg und Frieden begegnet sind.

Menton liegt in einer breit ausschwingenden Bucht, die sich von den Felsklippen von Mortola bis Cap Martin hinzieht. Die Römer nannten die Bucht den Pacis Sinus, den Golf des Friedens. Aber abgesehen von den Höhlenmenschen der roten Felsen findet sich kein Hinweis auf eine menschliche Siedlung vor der Mitte des 13. Jahrhunderts. Auf den antiken Straßenkarten des Römischen Reiches ist ziemlich genau an diesem Punkt die Garnison Lumone verzeichnet, aber diese römische Besetzung hat ebensowenig eine Spur hinterlassen wie die Seeräuber von der Insel Lampedusa, die angeblich im 8. Jahrhundert sich auf der kleinen Landspitze des heutigen Menton einnisten. Ende des 10. Jahrhunderts, nach der Vertreibung der Sarazenen, gehörte die Stadt den Grafen von Ventimiglia, im 13. Jahrhundert der genuesischen Familie Vento, die sie 1346 an Karl Grimaldi, den Fürsten von Monaco, verkaufte. Während des folgenden halben Jahrtausends blieb Mentone, wie es mit seinem italienischen Namen bis Anfang des 20. HJahrhunderts genannt wurde, den Fürsten von Monaco untertan. 1848 jedoch kam es infolge der Härten der vom Fürsten Honoré V. verfügten Steuerreform zu einem Aufstand; Menton rief sich zu einer Republik aus, die sich die Freien Städte von Monaco und Roquebrune nannte. Fürst Honoré, betrübt über das Versagen seiner fortschrittlichen Maßnahmen, darunter des staatlichen Getreide- und Mehlmonopols, das viele Jahre später, 1893, von Jean Jaures und den sozialistischen Deputierten in der Pariser Kammer befürwortet wurde, schrieb sich, ehe er starb, seine eigene Grabschrift: Hier liegt einer, der es gut meinte. 1860, nach 12 Jahren Unabhängigkeit, stimmten die Freien Städte mit 639 Stimmen gegen 86 für Vereinigung mit Frankreich, und am 2. Februar 1861 verkaufte der Fürst alle seine Rechte an Menton und Roquebrune für vier Millionen Francs an Frankreich.

Der Golf des Friedens ist von der Bucht von Garavan durch die vorspringende Landzunge abgeteilt, auf der die Altstadt von Menton steht. Auf der Ostseite, nach Italien zu, liegt der Villenvorort Garavan, auf der Westseite die neue Stadt, die sich etwa eineinhalb Kilometer an der Golfküste entlang bis zu den Villen von Cap Martin erstreckt, die heute praktisch Teil von Menton sind. Die Neustadt verdankt ihre Existenz vor allem dem ungewöhnlich milden Klima von Menton, das gegen Norden durch einen Halbkreis von Bergen abgeschirmt ist und sich mit Beaulieu um den Rang des wärmsten Winterklimas an der ganzen Côte d‘Azur streitet. Ihr Begründer war in gewisser Weise ein englischer Arzt namens Dr Bennet, dessen lobpreisendes Buch Winter and Spring on the Shores of the Mediterranean über das Klima und die sonnigen Vorzüge Mentons nicht nur in England fünf Auflagen erlebte, sondern auch ins Deutsche, Holländische und schließlich gar ins Französische übersetzt wurde und ihm ein Denkmal in der Rue Partouneaux eintrug. Dieses Buch rief die Tausende von Engländern und andere Nordlandbewohner herbei, die während einem Jahrhundert winters die zahlreichen Hotels mit Namen Westminster, Bristol und Richmond bevölkerten, welche den Golf des Friedens säumen.

Nahezu alle Kaiser- und Königsfamilien, Dutzende von russischen Großfürsten und österreichischen Erzherzögen haben hier zur einen oder anderen Zeit Aufenthalt genommen; schon Guy de Maupassant nannte den Alten Friedhof auf der Höhe des Schloßbergs den „Aristokratenfriedhof Europas". Und zwei weltberühmte Schriftsteller haben hier gelebt: Katherine Mansfield (1888-1923) in ihren letzten Lebensjahren in der Villa Isola Bella - zum Andenken an sie hat die Stadt Menton einen Literaturwettbewerb und ein Praktikantenprogramm eingerichtet - und der spanische Romancier Blasco Ibanez (1867-1928), der hier in seiner Villa Fontana Rosa in Garavan starb.

Bis vor dem ersten Weltkrieg kam niemand auf den Gedanken, sich in der Sommerhitze an diese afrikanische Küste zu begeben. Die Riviera wandelte sich in den 20er und 30er Jahren langsam zum Sommerreiseziel, so daß heute die Sommersaison bei weitem den Winter übertrifft und Scharen sonnensüchtiger Touristen strömen herzu, Hotels und Pensionen in der Neustadt im Juli und August zu überfüllen. Viele zelten nahe der Stadt auf den Camping-Plätzen wie dem Plateau St Michel, im Gorbio Tal bei La Madone oder im nahen Italien. Haben die Gewohnheiten der Menschen sich geändert oder das Klima? Anscheinend beides. Nach dem Krieg gab es in Menton zwei alte russische Damen, die dort ein kleines Restaurant betrieben und steif und fest behaupteten, vor dem ersten Weltkrieg seien die Winter viel wärmer und die Sommer viel heißer gewesen. "Damals gingen wir im März in leichten Sommerkleidern auf der Promenade spazieren." Mag wohl sein; heute bläst in manchen Wintern im März oft noch ein recht eisiger Wind und selbst im April nehmen die Berge über Menton ein wenig Puderzucker an. Dies ist aber selten und kommt vielleicht alle zehn Jahre ein mal vor. Normalerweise erscheinen schon im Februar die ersten Bikinimädchen auf dem Strand, wenn auch nur in Mittagsstunden an windgeschützter Stelle.

Ein sehr gleichmäßig warmes Klima scheint jedoch seit Menschengedenken das ganze Jahr hindurch in dieser geschützten Bucht geherrscht zu haben. Es ist der Stolz der Mentonnais – oder sollten wir sie Mentonesen nennen? -, daß halb-tropische Früchte hier so üppig gedeihen wie nirgends in der weiten Umgebung; während in Palermo die Zitronenbäume nur eine Ernte im Jahr tragen, prangen sie in Menton das ganze Jahr hindurch in unablässiger Folge gleichzeitig mit Blüten und Früchten in jeglichem Studium der Entwicklung. Vielleicht ist an der Legende vom Garten Eden wirklich etwas dran.

Im Februar, zur Karnevalszeit, veranstaltet Menton sein berühmtes Zitronenfest Fête de Citron; die ganze Stadt ist festlich geschmückt, und Umzüge von Festwagen, mit prunkenden Aufbauten von Früchten und mit hübschen Mädchen verziert, winden sich durch die Straßen. Fünfzehn Tonnen Zitronen und Orangen werden allein für diesen Festschmuck verbraucht; anschließend werden sie entweder an die Krankenhäuser geschickt oder zu Marmelade verarbeitet. Gegenüber dem Städtischen Casino liegen die Jardins Biovés, nach einem unternehmenden Bürgermeister benannt, der das Flußbett des vom Gebirge herabkommenden Carei überdeckte und darauf einen Garten anlegte: eine schier endlose Folge von Beeten mit Zitronen, Orangen, Mandarinen und Grapefruit, die in kunstreichen Mustern und Mosaiken angelegt sind, während andere an Spalieren und Stäben gezogen sind und Bogendurchgänge und die Umrisse von Figuren bilden. Unmittelbar dahinter ragen die grauen Kalkstein-Steilhänge der Seealpen wie eine monumentale Hintergrundkulisse gegen das leuchtende Blau des Himmels auf.

Während des Zitronenfestes findet in diesen Gärten eine Austellung anderer exotischer Früchte statt, wie Bananen, Avocados, Brotfrucht und Passionsblume, die hier wachsen - ich bezweifle, daß sie tatsächlich alle reif werden, aber die Bananen im Garten des Hotels des Anglais in Garavan stehen ganz gewiß im Ruf der Eßbarkeit. Da ist eine Anzahl der selteneren Arten Zitrusfrüchte oder agrumes zu sehen, wie sie französisch heißen, zum Beispiel Klementinen, die den Mandarinen ähnlich sind, Kumquats (wie winzige bittere Orangen von der Größe von Oliven) und Cedrate, die mißgestaltet, hybride Kreuzung von Grapefruit und Zitrone sind. Da gibt es Baum-Tomaten; da gibt es zahlreiche verschiedene Arten von Datteln und anderen Palmfrüchten. Und am Ende der Gärten befinden sich ein Ausschank, an dem man die Weine der Gegend probieren kann, und ein Verkaufsstand mit einer faszinierenden Schaustellung von Tischen, Stühlen, Bänken, Fruchtschalen, Brotbrettern, Salatbestecken und Pfeffermühlen, sämtlich aus dem örtlichen Olivenholz gearbeitet, das eine hellgelbe, häufig ganz leicht rosa durchhauchte Farbe hat und wie Marmor gemasert ist.

Menton ist auf seine riesigen, uralten Olivenbäume nahezu ebenso stolz wie auf seine ewig blühenden Zitronen. Dies ist nicht der verkümmerte und verkrüppelte Olivenbaum, den man in der Provence jenseits des Var-Flußes antrifft", rühmt sich verächtlich ein örtlicher Führer, "sondern der königliche Baum, von dem die Bibel erzählt: Die Bäume gingen hin, daß sie einen König über sich salbten, und sprachen zum Ölbaum: Sei unser König!" Manche dieser Bäume der Minerva sind über zwanzig Meter hoch und Jahrhunderte alt.

Weiter ostwärts in der Stadt, am Ende einer von Platanen gesäumten verkehrsberuhigten Avenue, steht das Städtische Museum. Dessen Reize zu entdecken bietet einer der raren Regentage sich an, oft gibt es interessante Ausstellungen in der Galerie der ersten Etage. Nicht weit von hier steht rot und ockergeld die Mairie, das Rathaus. Vom palmenbeschatteten Platz vor der Mairie fuhren bis in die sechziger Jahren noch die Autobusse nach Monte Carlo und Nizza ab, die Busse nach Italien hingegen von den gegenüberliegenden Arkaden der Rue Honorine.

Hochzeitssaal von Jean Cocteau

Die Mairie führte bis zum Jahr 1957 das übliche obskure Dasein einer Provinz-Bürgermeisterei; dann wurde sie über Nacht berühmt, als Jean Cocteau ihre Salle des Mariages, den standesamtlichen Trauungssaal, ausmalte; Besichtigungen möglich gegen eine kleine Gebühr. Cocteau hatte die Wandgemälde auf weißem Grund in einer Folge von Konturlinien, wie die Kartographen es wohl nennen würden, ausgeführt. An der Decke sind - den Umständen entsprechend – die Liebe, die Poesie auf einem Pegasus reitend und - einigermaßen geheimnisvoll - die Naturwissenschaften abgebildet, die mit den Sternen jonglieren, welch letztere, wie Cocteau später zugab, eigentlich Sputniks sein müßten, wenn er damals, im fernen 1957, auf dergleichen gekommen wäre. Die Endwand zeigt die ernsten Profile zweier junger Liebender, sie im breitkrempigen Strohhut, er mit der roten Wollmütze, den traditionellen Kopfbedeckungen der Zitronenmädchen und Fischerbuben von Menton. Ein merkwürdiges Detail: das Auge des Mannes hat die Form eines Fischs, eine Eigenheit Cocteaus, die auch in der Fischer-Kapelle in Villefranche wiederkehrt. Das Fresko der rechten Wand stellt eine Hochzeitsszene dar, auf der die Gestalten orientalische Trachten tragen, als Sinnbild des Sarazenenblutes, das angeblich in den Adern der Mentonnais fließt.
Ein junges Paar bricht zu Pferd zu seiner Hochzeitsreise auf während Freunde und Verwandte ihm Abschiedsgeschenke bringen. Ein blinder Mann reicht ihm einen Strauß Orchideen. Andere junge Leute tanzen. Nur die Schwiegermutter ist anscheinend nicht zufrieden, und im Hintergrund wird eine verlassene vormalige Geliebte des Bräutigams von ihrem Vater getröstet. Die linke Wand stellt die Legende von Orpheus und Eurydike dar. Orpheus hat eben den Blick auf Eurydike zurückgewandt, und sie stirbt in den Armen ihrer Gefährtinnen. Orpheus läßt seine Leier fallen, und die Poesie verläßt die Erde. Die Menschen werden zu Halbtieren - Zentauren - und bringen einander um. Sogar ganz unschuldige Opfer, wie ein Vogel, werden von Pfeilen durchbohrt. Um den Kontrast zur kargen Strenge der meisten französischen Standesämter besonders zu betonen, hat Cocteau dieses mit einer üppigen Fülle von Samt und Vergoldungen ausgestattet und im Vestibül zwei riesige gravierte Spiegel aufgestellt.

Die Hauptverkehrsader der Neustadt ist eine lange Straße, die hintereinander viele verschiedene Namen trägt: Als Fußgängerzone Rue St Michel, dann Avenue Felix Faure, Avenue Carnot und schließlich dort, wo sie zum Cap Martin hinausläuft, Avenue Général de Gaulle. Diese Straße führt als Route Nationale 7 weiter über Nizza, Aix-en-Provence, Lyon, bis zum Place d'Italie in Paris. Parallel zu ihr, am Meer entlang, verläuft eine lange Promenade, die Promenade du Soleil und bei der kleinen Festungsbastion an der Landspitze Quai de Monléon. Von der Rue Clémenceau in der Nähe der Markthalle fuhren früher die Lokalautobusse nach Gorbio, Ste Agnès, Castellar und Sospel ab, heute fahren sie wie auch die beliebten Autobusse zum Airport und nach Monte Carlo, vom Busbahnhof im Careï Tal gleich hinter dem Bahnhof der französischen Eisenbahn SNCF.

Stadt am Mittelmeer

Der geschützte Strand hinter der Altstadt, einstmals großrednerisch als le port aux grands navires benannt, war der einzige Hafen, den Menton besaß, ehe Napoleon III. den gegenwärtigen in der Bucht von Garavan anlegte. Bis dahin mußten die einmastigen Tartanen mit ihren Lateinersegeln, denen die Ausfuhr der Zitronen, Orangen und des Olivenöls oblag und die im ganzen Mittelmeerbecken Handel trieben, mühevoll den Kieselstrand hinaufgezogen werden. Sobald eine Tartane wohlbehalten einlief und Waren aus Marseille oder Genua, zuweilen sogar aus Syrien oder Spanien mitbrachte, verließ die gesamte Bevölkerung ihre Felder und Weinberge und eilte zum Meeresstrand hinab, um die primitiven Flaschenzüge zu bemannen und das Schiff mit Seilen und Tauen aus der Brandung auf den Strand zu ziehen. Nachdem es in Sicherheit gebracht war, gab der Kapitän einige Ballen gesalzenen Schellfischs für das Heimkehr-Festmahl aus. Zwischen zwei Steinen wurde eine Feuerstelle errichtet, ein großer Kochtopf aufs Feuer gesetzt und der stocafi oder Stockfisch mit Tomaten gekocht. Zwischen zwei Schiffsrümpfen war als Dach ein Segel ausgespannt, und darunter ließ man sich nieder und verzehrte den Fisch zusammen mit la crousta, in Olivenöl und Anchovissauce getränktes und mit einer Schicht Tomaten belegtes Brot, eine Lokalspezialität. Dieses köstliche Mahl wurde mit großen Mengen eines rasch zu Kopf steigenden lokalen Weines hinabgespült, und alle Vorüberkommenden waren eingeladen, mit anzustoßen. Das Festmahl dauerte bis tief in die Nacht, und bei Morgengrauen schließlich wanderten die Seeleute mit schwerem Kopf davon, ein jeder zu seinem Anwesen – denn jeder besaß zumindest ein Fleckchen Grund und Boden mit einigen Oliven- und Zitronenbäumen - und der Seefahrer wurde zum Landmann, bis die nächste Ausfahrt veranstaltet wurde.

Heute bieten die Häfen in der Bucht von Garavan geschützte Ankerplätze für wenige Fischerboote und zahlreiche Yachten. Von der Spitze der schützenden Hafenmole mit ihrem Leuchtturm hat man einen prachtvollen Blick auf das hoch aufgetürmte Häusergewirr der Altstadt. Früher erstreckten sich die Häuser bis zur Bucht hinab; aber Napoleon, eingedenk der Nachschubschwierigkeiten seines Italien-Heeres, beschloß, eine Umgehungsstraße anzulegen und baute zu diesem Zweck den Quai Bonaparte in die Bucht hinaus. Diese Verlängerung wurde nicht auf festem Boden, auf Felsen oder Sand, errichtet, sondern auf einer Folge von sechzehn niedrigen Bogen, die auf keiner Ansicht von Menton fehlen. Napoleon bewieß mehr Vorraussicht als ihm wohl selbst bewußt war, denn heute laufen im Hochsommer viele tausend Autos am Tag von und nach der italienischen Grenze durch Menton und ohne diese Anlage wäre die alte Stadt hoffnungslos verstopft. Sie ist überdies ein städtebaulicher Genieblitz. Sie verleiht der Stadtansicht eine fast venezianische Grazie; die ganze Altstadt scheint schwerelos auf diesen sechzehn flachen Brückenbogen zu ruhen, und blickt man am Abend, im Lichtergeflimmer, von Garavan zu ihr hinüber, so meint man fast, in einem flachen Boot durch einen dieser Bogen unter der Stadt hindurchfahren zu können.

In die Altstadt gelangt man am Besten zu Fuß vom Quai Bonaparte aus. Wir gehen rechts vorbei an dem ehemaligen alten Fürsten-Palast (Nr 123 der Rue Longue, die vormals die Hauptstraße von Menton war) und steigen dann die sogenannten Rampen hinan, eine mit schwarzen und weißen Kieseln gepflasterte Doppeltreppe, bis zum Parvis St Michel, dem kirchlichen Zentrum der Altstadt. Denn Handel und Verkehr haben sich lange von diesem Platz abgekehrt, wo nur noch einige Steinfiguren über das Defilée der von altertümlichen Reiseführern fehlgeleiteten Touristen wachen. Zum Beispiel eine Gestalt in Mönchskutte, niemand anders als Papst Pius VII., der am 11. Februar 1814 auf der Rückkehr aus seinem Exil in Fontainebleau durch Menton kam. Er übernachtete in dem (heutigen) Haus Rue Bréa 1 und erteilte dem Volk von Menton vom Balkon des Hauses seinen päpstlichen Segen, während im Haus Nr. 3 Napoleon I. 1796 während seines Italienfeldzuges wohnte. Dem Namen Bréa begegnen wir in dieser Gegend häufig; er erinnert an mehrere berühmte Männer, an den in Menton geborenen General Bréa (1790-1848) und an die drei großen Maler der Schule von Nizza, Louis Bréa (1443-1520) und Francois und Antoine Bréa, deren Werken wir in zahlreichen Kirchen und Klöstern des Südens begegnen.

Dieser schöne Doppelplatz hoch über der Bucht von Garavan dient in der ersten Augusthälfte als Freiluft-Konzertsaal für das berühmte Kammermusikfestival, zu dem die Musikliebhaber aus aller Welt herbeiströmen. Die Konzerte finden am späten Abend statt, und die zum Parvis hinaufführenden Rampen sind von Tausenden flackernden Fackeln erleuchtet, während die Türme und Fassaden der beiden Kirchen in indirekter Beleuchtung aus dem Nachtdunkel heraustreten. Ein wundervoller Rahmen, und die Akustik gilt als vorzüglich, denn die lärmende Straße ist während der Konzerte für den Autoverkehr gesperrt.

Vom Parvis kann man weiter hinauf zum Alten Friedhof auf der Höhe der Stadt wandern; der Weg führt durch einen Irrgarten enger, verwinkelter Gassen und Gäßchen, über geschwungene Treppen, durch dunkle Tunnels und Durchgänge und unter gefährlich gebrechlichen Häusern hindurch, die auf Pfählen über den Maulwurfsgängen errichte sind. Die Altstadt von Menton ist eine Kasbah, eine der wenigen, die es diesseits des Mittelmeeres gibt. Wer sie einmal gesehen hat, braucht auf die alten Viertel von Nizza oder Cannes nicht mehr viel Zeit zu verwenden.

Bucht von Garavan

Wo heute der alte Friedhof liegt, befand sich früher die feste Burg der Feudalherren; knapp oberhalb beginnt der Boulevard de Garavan, der parallel mit der Küstenstraße am Höhenzug entlang zur romantischen Schlucht und dem Pont St. Louis, der italienischen Grenze, verläuft. Er führt an schönen Villen mit exotischen Gärten und herrlichen Ausblicken entlang. Darüber erheben sich unvermittelt die rauhen, grauen Steilhänge der Seealpen, entlang denen die italienische Grenze verläuft, im besonderen das Bergmassiv genannt Le Berceau, dessen höchster Punkt, der Roc d Orméa, 1129 m hoch ist.

Wohl die schönste der Villen am Boulevard de Garavan ist Les Colombières, die Schöpfung des Schriftstellers und Malers Ferdinand Bac, der zahlreiche Gärten entlang der Küste anlegte. Der Besuch bereit heute Schwierigkeiten, da sich kaum mehr jemand hierher hinauf verirrt und alle Versuche, den Garten mit Restaurant und Ausstellungen zu beleben, im Sande verliefen. So beschreiben wir sie etwas ausführlicher, und von Zeit zu Zeit ist sie auch in Zeitschriften zu bewundern, aber, wie gesagt, kaum zu besichtigen. Die Villa ist im hellenischen Stil gebaut und ihre Lage mit besonderem Raffinement um ihrer Aussichten willen gewählt. Unmittelbar vor ihr, in Zypressen gerahmt, liegt der große Olivenhain von Le Pian, den die Stadt angekauft hat, um ihn vor dem Schicksal so vieler anderer, rasch verschwindender Olivenhaine Mentons zu bewahren - Umwandlung in Stellfläche für unansehnliche Appartmenthäuser, die den gealterten Bevölkerungszuwachs von Menton in sich verschlingen. In mittlerer Entfernung liegen die Bucht von Garavan und die Altstadt mit ihren Campanili, und in der äußersten Ferne heben sich silhouettenhaft Cap Martin und Cap Ferrat gegen das Meer ab. Das Haus ist in rein klassischem Stil und Geist gehalten. Einer der Räume ist ein kapellenähnlicher Salon des Muses, in dem lateinische Inschriften rings um die Wände laufen; Fresken schmücken das venezianische Zimmer und das Musikzimmer. Ein Bogenfenster öffnet sich auf den Garten Homers, ein Atrium mit einem Teich und einem Springbrunnen und von einer freskengeschmückten doppelten Kolonnade umgeben.

Die fünfzehn Morgen der Gartenanlage sind ein einziger ungestörter Zufluchtsort des Friedens und der Stille. Ihr Schöpfer vermied die sonst überall an der Küste so beliebten Palmen und Kakteen und legte seine Gärten in rein italienischem Stil an. Man glaubt sich in eine der Villen in der Nähe von Florenz versetzt. Auf allen Seiten erheben sich wie Turmspitzen hohe Zypressen. Durchblicke und Treppenfluchten führen hinab zu Zierteichen und mit Balustraden geschmückten Wasserbecken wie die Tauben-Fontänen, dem Brunnen der Nausikaa und dem Spanischen Becken. Statuen und Urnen, Büsten und Bänke unterbrechen die Strenge der Zypressenhecken, mit denen die Spazierwege gesäumt sind. An jeder Ecke, jeder Wegbiegung wird man von sinnreich angelegten Perspektiven und Ausblicken überrascht. An Stelle von Blumenbeeten, Rabatten und blühenden Sträuchern unterbricht eine gelegentliche Urne voll blühender Geranien oder eine Amphora mit Kapuzinerkresse das vorherrschende Dunkelgrün, so wie Corot mit einem roten Rock oder Shawl einen Farbfleck in seine Baumlandschaften zu setzen pflegte.

Ferdinand Bac, der 1952 starb und auch hier begraben liegt, schrieb ein Buch über seine Schöpfung Les Colombières, das mit den Worten schließt: "Und nun lebt wohl! Ihr habt in zwei Stunden betrachtet und beurteilt, wozu ich vierzig Jahre des Erträumens und Erschaffens gebraucht habe."

Eine Besonderheit, die Menton von den übrigen Riviera-Städten unterscheidet, ist die Bergkette, die am Rand der Stadt zum Meer herabkommt und eine Anzahl schöner Spaziergänge und Fahrten in die malerischen Dörfer Castellar, Gorbio und Ste Agnès bietet, welche die niederen Ausläufer des Gebirges krönen. Die meisten von ihnen waren bereits sarazenische befestigte Plätze, lange ehe, ungeschützt auf ihren niedrigen Hügeln direkt am Meer, die Siedlung von Menton selbst entstand. Die reichen Obsthaine, die über 30000 Zitronen pro Morgen tragen, bleiben nun allmählich hinter uns zurück, indes wir die Hänge hinaufwandern, zuerst an großen, knorrig verwachsenen Olivenbäumen vorbei, dann durch Kiefern- und Pinienwälder und schließlich durch Zwergeichen und Maquis hinauf zum nackten Kalkstein, wo nichts mehr wächst außer ein wenig spärlichem Gras und Kraut für Schafe und Ziegen.

Stadt der Täler

Vier Täler laufen bei Menton parallel miteinander aus dem Gebirge zum Meer hinab, und ein jedes ist von seinen Nachbarn durch einen felsigen Höhenkamm getrennt. Das Val de Menton selbst, von dem Flüßchen Fossan gegraben, kommt auf der Westseite der Altstadt herab. Im Februar und März war dieses Tal mit einem einzigen Teppich aus Veilchen und Anemonen bedeckt. Mittlererweile haben zahlreiche Immobilienprojekte die ehemals freien Flecken besiedelt. Die steile, gewundene Straße talaufwärts beginnt an der Rue de la République in der Nähe der Mairie und führt sieben Kilometer landeinwärts zu dem 390 m hoch gelegenen Dorf Castellar. Man kann nach Castellar mit dem Autobus hinauffahren, die Aussicht aufs Meer und das Gebirge genießen und dann in einer Stunde zu Fuß den ehemaligen Maultierpfad, und heute gut beschilderten Wanderweg, der neben der Mairie beginnt, hinab zurück in die Stadt wandern.

Das nächste Tal im Westen ist das Tal des Careï, eines Gebirgsbachs, der unter der Eisenbahnbrücke und dann unter den Biovès-Gärten durchläuft. Etwa zwei Kilometer landeinwärts führt beim Elektrizitätswerk EDF linker Hand eine Abzweigung von der Straße kurvenreich und eng hinauf nach dem Kapuzinerkloster L‘Annonciade. Es liegt an der Stelle des antiken Podium Pinum oder Puipin, aus dem im Mittelalter die ersten Einwohner Mentons kamen. Die alte Verbindung zwischen dem Kloster und der Stadt hat sich bis heute erhalten. Einige der alteingesessenen Familien haben ihre Familiengräber und Gruftkapellen in der Annonciade, und alljährlich am 25. März findet eine Pilger-Prozession aus Menton zum Kloster hinauf statt. Der Pilgerweg beginnt gleich hinter dem Hauptbahnhof, und führt in wenigen Minuten hinauf zu Aussichtsplätzen und schließlich dem Kloster selbst.

Die Hauptstraße unten im Tal des Careï führt weiter durch das Industriegebiet mit Supermarkt Intermarché zum Dörfchen Monti und schließlich einige Serpentinen hinauf zum Paß von Castillon. Ja, um 1900 führte sogar eine Straßenbahn von Menton nach Sospel hier vorbei. Das alte Sarazenendorf Castillon wurde 1887 durch ein Erdbeben zerstört; das neue Dorf, etwas weiter unten im Tal erbaut, wurde 1944 von deutschen und italienischen Granaten zertrümmert und ist inzwischen neu aufgebaut worden – das dritte Castillon in weniger als einhundert Jahren. Von hier führt die Straße durch einen kleinen Tunnel nach Sospel, während die Hauptstraße den ehemaligen Straßenbahntunnel weiter unten im Tal nimmt. Einstmals war Sospel eine bedeutende Straßenkreuzung auf der großen Heerstraße von Nizza nach Turin, mit einer schönen mittelalterlichen Brücke aus Zwillingsbögen mit einem Wachtturm dazwischen, führt noch heute die Eisenbahn von Nizza hier herauf, bevor die Schienen der italienischen Staatsbahnen FS im Tal des Roya erreicht werden. In der Kirche St Michel hinter dem Hochaltar eine eindrucksvolle Madonna von Francois Bréa. Sospel war früher ein beliebter kühler Sommeraufenhalt der Küstenbewohner, die während der heißen Sommermonate ihre Hotels und Geschäfte einfach zusperrten und ins Gebirge flohen. Nördlich von Sospel führt die Turiner Straße über den Col de Braus und taucht dann hinab ins obere Roya-Tal, wo wir auf einige hübsche Dörfer wie Saorge, La Brigue und Tende stoßen. Heute sind diese Orte einfacher über die italienische Superstrada von Ventimiglia aus zu erreichen. St Dalmas de Tende bietet sich als Basisstation für Wanderungen im Nationalpark Mercantour an.

Wieder in Menton, das nächste westwärts gelegene Tal ist das Borrigo-Tal, in das man von der Avenue Cernuschi aus gelangt. Weit im Tal führt die Straße steil und in vielen Windungen elf Kilometer nach dem Dorf Ste Agnès hinauf. Es sitzt auf der Höhe einer 700 m hohen Bergkuppe, in kaum fünf Kilometern Luftlinie vom Meer, und behauptet, das höchste Dorf der gesamten Mittelmeerküste zu sein. Hinter dem Dorf führt ein Ziegenpfad eine 100 m hohe Felswand hinauf zu den Ruinen einer Sarazenenburg. Man kann nach Ste Agnès mit dem Autobus hinauffahren und dann in einem Halbtagesspaziergang über Gorbio und Roquebrune zurückwandern.

Gorbio ist ein auf einer 350 m hohen Hügelkuppe sitzendes Dorf oberhalb des gleichnamigen Tals und gut von der Autobahn aus zu sehen, deren Brück auf hohen Pfeilern das Val de Gorbio überspannt. Die Straße beginnt am westlichen Ende der Avenue de la Madonne, und der Gebirgsbach Gorbio bezeichnet die Grenze zwischen Menton und Roquebrune–Cap Martin. Das Tal ist sonniger und weniger eingeschlossen als die anderen drei Täler und berühmt wegen seiner frühzeitig reifenden Gemüse und Früchte, seines Weins und Olivenöls. Botaniker haben in diesem Tal allein mehr als eintausend verschiedene Arten wilder Blumen festgestellt – mehr angeblich, als es in ganz Irland gibt.

Quelle: Archibald Lyall - Midi - Ein Führer durch Frankreich am Mittelmeer, Deutsche Übersetzung, Prestel Verlag, München, 1966. Orginalausgabe 1963.
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