Einladung zu einer Tour an der Cote
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Auf Tour mit BK

Seealpen und Hinterland der Côte d'Azur

[ Sospel, Tende, und Mercantour ] [ Vesubie und Tinée ] [ Isola 2000 und Auron ]
[ Von Nizza den Var hinauf ] [ Grand Canyon du Verdon ]

Sospel, Tende, und Mercantour

An Sospel führte früher kein Weg vorbei, inzwischen ist die italienische Superstrada vom Tenda-Pass hinunter nach Ventimiglia und dort auf die Küstenautobahn so gut ausgebaut, daß kaum ein Reisender sich noch über den Col de Brouis nach Sospel verirrt. Dabei führte noch Anfang des 20ten Jh. die direkte Bahnverbindung Nizza-Berlin durch diese romantische Stadt im Hinterland von Menton. Noch heute kommen Züge von Nizza und fahren nach Breil-sur-Roya ins Tenda-Tal, wo in die italienischen Züge Richtung Ventimiglia oder Cuneo und Turin umgestiegen werden kann. Mit dem Auto ist die Route über Cuneo, durch den Tenda-Tunnel und das Roya-Tal hinunter der kürzeste Weg an die östliche Cote d'Azur.

Aber wollen wir uns doch ein wenig der Küste entfernt den Reizen der Natur öffnen, und sie kommt sehr reichhaltig daher mit sanften Hügeln der Voralpen bis schroffen Spitzen der Hochalpen, denn gleich hinter Sospel wachsen die Berge im Nationalpark Mercantour bis auf 3000 Meter. Dort oben im Park sind manch kryptische Zeichen von der ligurischen Urbevölkerung in die Steine geritzt, lange bevor Griechen oder Römer die Küste entdeckten. Heute durchzieht ein gut ausgebautes Netz von Wanderwegen den Parc National du Mercantour und von April bis November läßt er sich ohne große Mühe per Fuß erkunden. Im Winter liegen hier rasch ein..zwei Meter Schnee und an klaren Tagen kann man über die norditalienische Po-Ebene bis auf die schweizer Alpen mit Matterhorn und Monte Rosa blicken.

Es geht nicht nur auf Schusters Rappen in die Berge, die Umgebung von Sospel ist ein Paradies für Mountainbike / VTT, und last not least geht es über die romantische Bergstraße D2566 an Notre Dame de la Menour vorbei hinauf zum Col de Turini, an dem in so mancher Nacht der langen Messer die Rally Monte Carlo entschieden wurde. Friedlicher geht es im Städtchen Sospel selbst zu, einige Bäckereien verkaufen wohlschmeckendes rustikales Berg-Bauern-Brot, und die Einheimischen schwätzen ein unverständliches Kauderwelsch, derweil die seltenen Durchreisenden sich nach langer Autofahrt die Füße vertreten und Eselkarren die Straße blockieren. Die Sehenswürdigkeiten sind rasch abgezählt, neben der obligatorischen Barockkirche locken vor allem die große Steinbrücke und die Altstadt links und rechts des Flußes auf einen romantischen Bummel. In der Belle Epoque war durchaus mehr Leben in Sospel, es gab sogar den Golfplatz von Menton etwas weiter im Tal in Richtung Italien.

Das gesamte Roya-Tal war bis zum zweiten Weltkrieg italienisch, danach hat sich die Bevölkerung per Volksentscheid zu Frankreich entschieden. St Dalmas-de-Tende ist ein vorzüglicher Ausgangspunkt für Wanderungen ins Mercantour, während Tende schon fast alpinen Charakter hat und auf der italienischen Seite des Tenda-Tunnels Limone mit seinen Liften die Wintersportler lockt. Doch es geht nicht hoch hinaus, liegt der Tenda-Pass auf 1871 Metern und bildet eine historische Verbindung von Norditalien an die Küste. An Wochenenden strömt die Bevölkerung von Turin über diese Straße ans Meer, und beläßt die Schönheiten der Bergdörfer Saorge, La Brigue oder Fontan ganz den Franzosen. Breil ist das wirtschaftliche Zentrum des Tales, nach dem Wegfall der lästigen Zoll- und Passkontrollen über die Superstrada nur eine halbe Stunde nach Ventimiglia. Ja, gar die Geldwechselei hat ein Ende gefunden, der Grenzregion hier kommt der Euro sehr zugute.

Vesubie und Tinée Täler

Hier geht es hoch in die Berge, die Nebenflüsse des Var entspringen dem Alpenhauptkamm, der sich als Grenze nach Italien gen Nordwesten schlängelt. St Martin de Vesubie ist eine sympatische Sommerfrische, auch ohne jeden Durchgangsverkehr zentral als Basisstation für Wanderungen durch die Seealpen und den Nationalpark Mercantour gelegen. Über den Col St Martin geht es rasch ins Tinée Tal, welches im Sommer als Durchgangsstraße über den höchsten Alpenpass - Col de la Bonette mit 2802 Metern - nach Barcelonette und von da weiter nach Norditalien oder Richtung Gap und Grenoble führt. Aber eigentlich ist dieses Tal die Zufahrststraße der Küstenbevölkerung in die Ski-Orte der Seealpen, mehr dazu im nächsten Abschnitt.

In manchen Wintern sind die Orte hoch in den Tälern oft einige Tage von der Aussenwelt abgeschnitten, denn Schneefälle, Erdrutsche oder Überschwemmungen blockieren die Zufahrtstraßen tief im Tal. St Sauveur-sur-Tinee ist ohne großartige Reize, hier kann in den Ort Valberg abgebogen werden, der auf 1600 Metern ein weites Terrain für Mountainbiking oder Skilanglauf bietet. Von Valberg führt eine Straße in die Gorges du Cians, nach dem Unwetter vom November 2000 ist diese allerdings für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Isola 2000 und Auron

Die wohl bekanntesten Wintersportorte in den Seealpen, kaum eine Autostunde von Nizza zunächst auf der gut ausgebauten Route Nationale 202, dann das Tinee-Tal hinauf und entweder in Isola rechts hinauf in das Retortendorf Isola 2000 oder in wenig später in St Etienne-de-Tinee nach links in das ursprünliche Auron. Beide Orte locken mit weiten Schneeflächen unter azurblauem Himmel mit im Frühjahr durchaus sommerlichen Temperaturen. Die Straße nach Isola 2000 führt durch 23 Kurven und Kehren hinauf zu den Liften, 1993 fand hier eine der schwersten Alpenetappen der Tour de France ihr Finale. Wir kommen zwischen Dezember und April zum Snowboarden und Skifahren, es findet sich oft dicker weicher Pulverschnee, und im Frühjahr verbrennt die Sonne gnadenlos weiße Winterhaut auf ungeschützten Armen, denn es läßt sich schon im T-Shirt die Hänge hinabgleiten.

Auron an der Westseite des Tales hat mehr Sonne am Morgen, Isola glänzt im Nachmittag, und gegen Ende der Saison wird der Schnee in Nähe der Station leicht matschig. Im Sommer gibt es hier oben vielfältige Wandermöglichkeiten und Pisten zum Mountainbiken. Von Isola 2000 führt die Straße weiter in ein verlassenes italienisches Tal, und in einer guten Stunde wird Cuneo erreicht.

Von Nizza den Var hinauf bis zur Quelle

Der Fluß Var, der doch dem benachbarten Departement seinen Namen gegeben hat, verläuft ausschließlich innerhalb der Alpes Maritimes. Am Flughafen beginnend fahren wir die RN 202 in Richtung Digne und Grenoble immer am Var entlang. Meist ein armseliges Rinnsaal im weiten Flußbett, aber im Herbst oder Frühjahr kann es ein Reißender Strom werden und noch 1995 wurde der Fughafen von Nizza vom Var unter Wasser gesetzt. Bis zu den Bergen gesellen sich noch Einkaufszentren und Gartencenter an die Straße, ja selbst ein Golfplatz will nicht in der suburbanen Landschaft fehlen. Ab St Martin du Var wird es eng um die Straße, die vierspurige Ausbaustrecke teilt sich und bergauf geht es auf der alten Landstraße weiter. Nach wenigen Kilometern zweigt das Tinée-Tal in die Wintersportorte ab und wir finden uns auf einer normalen Landstraße wieder.

Schnell rauscht das Automobil an verschlafenen Dörfern in Seitentälern vorbei, mit etwas Glück überholen wir nicht nur mit Steinen vollbeladene Laster, sondern auch das Bähnchen der Chemin de Fer du Provence. Die Bahnlinie Nizza-Digne-Grenoble steigt hier eng zwischen Fluß und Straße gezwängt in die Seealpen auf. Bald erreichen wir den zentralen Ort des mittleren Var, Puget Théniers. Hier geht es links und rechts in tiefe Täler mit verlassenen Bauernhöfen und einsamen Schafzüchtern. Die Gorges du Cians sind seit November 2000 gesperrt, aber ein wenig weiter im Westen, nach der mittelalterlichen Stadt Entrevaux, verabschiedet sich wenig später der Fluß von der Route Nationale und wir begeben uns auf die D2202 die sich durch die roten Sandsteinfelsen der Gorges de Daluis zwängt. Nach atemberaubender Fahrt durch die roten Schluchten finden wir in Guillaumes eine letzte Möglichkeit, nach Valberg abzubiegen.

Im hohen Vartal verlieren sich die Einflüße der Provence und der Küste, die Umgebung wird alpin und wir erreichen die Quellen des Var, obwohl das Tal noch lange nicht zu Ende ist. Erst mit dem Col de la Cayolle verlassen wir die Seealpen und käönnen auf der anderen Seite nach Barcelonette und weiter nach Gap herabfahren. Das obere Var Tal ist nochmal vom westliche Zipfel des Parc du Mercantour umgeben, wieder eine gute Gelegenheit, die Wanderschuhe auszupacken und das Leben der Murmeltiere auszuspähen. Laut pfeifend laufen sie in vielen Richtungen zu ihren Erdhöhlen, um bald darauf dem Wanderer wieder neugierige Begleitung zu sein.

Gorges und Canyon du Verdon

Im Gegensatz zu den steilen waldbewachsenen Seealpen geben die Alpes de Haute Provence ein karges Bild krummer Hügel ab und wir sind neugierig auf die spektakülären Sehenswürdigkeiten in der Natur hier. Den größten Canyon in Europa hat der Verdon hier in Jahrmillionen aus dem Kalkgestein geschnitten. Gute Ausgangspunkte sind Cannes und Grasse mit der Route Napoléon RN 85 und Castellane, oder von Fréjus und St Maxime über Le Muy und Draguignan in die hohe Provence. Um den Grand Canyon du Verdon gibt es eine fantastische Panoramastraße die im Sommer am besten mit dem Motorrad befahren wird. Immer wieder locken Aussichtspunkte und Wanderwege in die Tiefe, doch die Schluchten sind nicht ohne Tücke und von Verstauchungen möchten wir gar nicht reden denn bei starken Gewittern verwandelt sich der stille Verdon in ein tosendes Ungeheuer.

Wer gerne einen Abstecher machen möchte, wir sind nun in der Provence und es ist nicht weit zu den Lavendelfeldern im Tal der Durance. Auf dem Weg in den Westen hält der erfrischende Lac de Ste Croix die meisten Reisenden von der direkten Weiterreise ab, ein Bade- und Seglerparadies in dieser doch sonst karg und staubigen Landschaft. Also doch rasch wieder zurück an die Côte d'Azur?!


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